Die Entstehung von „Domaine et Terroir“ – Hinter den Kulissen
Die Einladung, im Domaine Henri Ruppert auszustellen, ergab sich durch eine zufällige Begegnung: Ein Mitarbeiter des Weinguts, der Crémant zu einer anderen Veranstaltung lieferte, bei der Morag Paul ausstellte, fragte, ob sie interessiert sei, ihre Arbeiten auf dem Anwesen zu zeigen. Immer von neuen Orten als Inspiration für ihre Aquarelle angezogen, erkannte Morag sofort die Gelegenheit für ein frisches künstlerisches Projekt. Statt lediglich bestehende Werke zu zeigen, plante sie eine Serie von Gemälden, die auf ihrer Zeit im und um das Weingut basieren. Dieser Ansatz ergibt sich direkt aus ihrem Wunsch, sich vollständig mit der Schönheit der Umgebung auseinanderzusetzen und sie in Kunst zu verwandeln. Um volle Authentizität zu erreichen, entstehen ihre Arbeiten aus direkter Erfahrung, nicht aus Fotos oder Erinnerungen.
Die Begegnung mit der Familie Ruppert und ihren Mitarbeitern sowie die direkte Beobachtung ihrer Arbeit erwies sich als überaus bereichernd — sei es draußen in den Weinbergen, im weitgehend verborgenen „Herz“ des Gebäudes oder beim Blick auf die geschäftlichen Abläufe der Herstellung und des Verkaufs erlesener Weine.
Vieles lässt sich lernen, wenn man den Experten beim Verkosten und fachkundigen Diskutieren der Weine in der Sprache echter Kenner zuhört.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht natürlich das spektakuläre Gebäude des renommierten luxemburgischen Architekten François Valentiny, das heute das Domaine Henri Ruppert beherbergt. Der Untertitel der Ausstellung „Ein Dialog zwischen Architektur und Land“ würdigt die Art und Weise, wie sich das Gebäude in seine Umgebung einfügt: Es ist ein Teil des Landes und kaum zu übersehen. Für Henri Ruppert gebaut, wurde das Weingut 2008 fertiggestellt. Laut dem Architekten spiegelt das Design die Qualität der Weine wider und erfüllt gleichzeitig die strengen Anforderungen der modernen Weinherstellung.
„Das Design ermöglicht eine schonende Handhabung der Trauben – keine Pumpen, nur die Schwerkraft. Die funktionalen Bereiche des Kellers sind vertikal angeordnet: Oben werden die Trauben angeliefert und fallen zur Maische, gefolgt von der Presse, der ersten Gärung in Tanks, der Lagerung in Barriques, der Abfüllung und schließlich dem Versand. Das neue Winzerhaus liegt mitten in den Weinbergen: Das Weingut ist in die Erde eingebettet, während das Wohnhaus darüber organisch hervorgeht, sein Dach verlängert die Vegetation der Weinberge. Die Fassade verwendet den traditionellen groben Putz der Region und vermittelt den Eindruck von Gestein. Räumlich bilden Wohnhaus und Nebengebäude einen Hof, offen ins Moseltal oberhalb des Kellers. Ein Pool, auch zum Schwimmen genutzt, kühlt die Barrique-Lagerung darunter. Vom Verkostungsraum aus hat man nicht nur Blick ins Tal, sondern auch auf den Barrique-Keller.“
— ValentinyArchitects.com
Morag war fasziniert davon, wie das Gebäude in die Landschaft übergeht, ebenso wie von der umliegenden Szenerie. Bereits vertraut mit dem Weinbau durch ihre Serie „Die Mosel und ihre Weinorte“, ließ sie sich von den Rebzeilen, dem Flickwerk der Weinberge, bewaldeten Hügelkuppen und den malerischen Dörfern der Luxemburger Weinroute inspirieren, die eine lebendige Kulisse bilden. Die majestätische Mosel fließt dabei durchgehend und spiegelt die wechselnden Stimmungen der Jahreszeiten wider. Das Beobachten des Alltags auf dem Domaine — das Kommen und Gehen von Freunden der Familie, Besuchern der Weinstube und Hundespaziergängern auf dem Markusberg — verschaffte Morag einen einzigartigen Einblick in das Leben auf und um das Weingut.
Alle Gemälde der Serie Domaine et Terroir wurden innerhalb eines relativ kurzen Zeitfensters von Februar bis April fertiggestellt. Dies stellte Herausforderungen dar: Ein besonders nasser Februar machte das Arbeiten im Freien oft unmöglich. Außerdem war es der Künstlerin wichtig, das Erwachen des Landes im Frühling darzustellen. Bei durchgehend kalten Temperaturen verlief diese Transformation langsam, dennoch musste die Ausstellung pünktlich zur Eröffnung am 24. April 2026 fertiggestellt sein. Trotz dieser Herausforderungen erwies sich die Erfahrung als tief inspirierend. Morag ist Henri Ruppert zutiefst dankbar dafür, dass dieses künstlerische Projekt ermöglicht wurde, und für die bereichernde Erfahrung, im Frühling 2026 im und um das Domaine zu malen.

Painting the view from the window Den Blick aus dem Fenster an einem kalten, regnerischen Februartag malen.
„Das Gebaüde wölbt sich über das Land in der ersten Wärme des Frühlings“.


Beim Malen des Weinguts von der anderen Seite der Mosel an einem warmen Frühlingstag. .
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